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Mission von Aiko

Was ist Aiko — und was ist es nicht?

Aiko ist eine Empowerment-Plattform für Schweizer Primarschulen. Keine digitale Lernplattform, kein E-Learning-Tool. Aiko setzt die Lehrperson wieder ans Steuer: mit besseren Sensoren, klaren Überblicken und konkreten Assistenten, die Bürokratie und Vorbereitungsarbeit abnehmen.

Für Schülerinnen und Schüler ist Aiko ein Co-Begleiter, der durch Fragen führt — nicht durch Antworten. Kein Roboter, der Aufgaben löst. Ein Gesprächspartner, der hilft, selbst zu denken.

Warum wurde Aiko entwickelt?

Aiko entstand aus einer einfachen Beobachtung: Lehrpersonen verbringen einen grossen Teil ihrer Zeit mit Verwaltung, Nachbereitung und Bürokratie — statt mit dem, was wirklich zählt: dem Unterricht selbst, dem Gespräch mit der Klasse, der Reaktion auf den Moment.

Aiko nimmt diese Last ab, damit Lehrpersonen wieder Aufmerksamkeit haben für das, was den Schultag wirklich prägt. Und für die Kinder: Aiko gibt ihnen Raum, ihr Lernen selbst in die Hand zu nehmen — Schritt für Schritt, innerhalb eines klar definierten Rahmens.

Was bedeutet «Kinder in die reale Welt führen»?

Aiko führt Kinder nicht in die Bildschirmwelt, sondern in die reale Welt: Heft, Stift, Tisch, Gespräch. Digitale Werkzeuge sind Verstärker — kein Ersatz für haptisches Lernen. Ein Matheplan aus Aiko landet als Druckblatt auf dem Tisch. Ein Coach-Gespräch endet mit «Schau in dein Heft». Aikos Ziel: starke, neugierige Menschen, die wissen, was sie wollen.

Für wen ist Aiko gemacht?

  • Lehrpersonen (KLP/SHP/DaZ/Fachlehrkraft): Cockpit, Planung, Co-Teaching-Koordination, Matheplan, Material-Differenzierung.
  • Schülerinnen und Schüler (Klasse 4–6): Coach-Gespräch, Wochenziele, selbstgesteuertes Üben.
  • Schulleitungen: Aggregierte Lernstände, LP21-Bilanz, anonymisierte Klassenübersicht.
  • Eltern: Einblick via Elternbrief — Transparenz ohne Datenzugang zum System.
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Technologie von Aiko

Wie funktioniert Aiko technisch?

Aiko arbeitet auf zwei Schichten: eine algorithmische und eine generative.

  • Schicht 1 — Algorithmisch: Bayesian Knowledge Tracing (BKT) misst Lernstände. Ein Kompetenznetz (LP21) verfolgt, was wann gelernt wurde. Diese Schicht ist deterministisch, schnell und nachvollziehbar.
  • Schicht 2 — Generativ: Sprache, Erklärungen, Coaching-Gespräche. Hier unterstützt generative KI — immer als Vorschlag, immer unter LP-Kontrolle.

Kein Wettbewerber hat Schicht 1. Alle bauen nur Schicht 2. Schicht 1 ist Aikos pädagogischer Kern.

Welche KI-Modelle setzt Aiko ein — und warum?

Aiko unterscheidet strikt zwischen LP-Seite und SuS-Seite:

  • SuS-Seite (Pflicht 🇨🇭): Alle Gespräche mit Schüler:innen laufen über Infomaniak AI Services — Daten bleiben in Genf, Schweiz. Kein Name, keine Schule, kein Förderplan geht in den Prompt.
  • LP-Seite (optional): Werkzeuge wie der Matheplan-Generator nutzen Anthropic Claude — ausschliesslich für Lehrmitteldaten ohne Schülerbezug.

Diese Trennung ist kein Marketing — sie ist rechtlich verankert (DSG Art. 19, VSG ZH Art. 36) und technisch erzwungen.

Was ist der Unterschied zwischen Aiko und ChatGPT im Unterricht?

ChatGPT beantwortet Fragen. Aiko stellt Gegenfragen. Der pädagogische Ansatz ist bewusst sokratisch: «Was denkst du?», «Versuch es einmal mit einem Beispiel» — nicht «Die Lösung ist …».

Ausserdem: ChatGPT kennt kein Schweizer Schulsystem, keine LP21-Kompetenzen, kein Niveau A/B/C, keine Klasse, keinen Lernstand. Aiko weiss, wo ein Kind in seinem Lernpfad steht — und passt sich an.

Und: Aiko verarbeitet keine Schülerdaten ausserhalb der Schweiz. ChatGPT tut das.

Wie anpassungsfähig ist Aiko an verschiedene Lehr-Stile?

Sehr. Aiko hat keine eigene Pädagogik — es verstärkt die Pädagogik der Lehrperson. Wer das Churermodell einsetzt, bekommt Concierge-Vorschläge für Garagen-Runden und Pull-Out-Slots. Wer frontaler unterrichtet, nutzt andere Bereiche. Aiko gibt vor, was die LP22 sagen — aber die LP entscheidet, was gemacht wird.

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Vertrauen in Aiko

Wo werden Schülerdaten gespeichert?

Schüler:innen-Daten (Name, Klasse, Lernfortschritt, Chat-Verläufe) werden auf einem Server in Nürnberg, Deutschland gespeichert — innerhalb der EU, DSGVO-konform. Backups sind verschlüsselt (AES-256). Die Verarbeitung erfolgt ausschliesslich im Auftrag der Schule.

Was aus der Schweiz nicht hinausgeht: alle KI-Anfragen mit Schülerbezug laufen über Infomaniak AI Services in Genf (Schweiz).

Welche Daten gehen in eine KI-Anfrage?

Strikte Minimierung. In KI-Anfragen mit Schülerbezug gehen nur:

  • Klassenstufe (z.B. «5» — nie «5a»)
  • Fach (z.B. «Mathematik»)
  • Lernniveau (A / B / C — anonymisiert)
  • Die Chat-Nachricht selbst

Nie in einen KI-Prompt: Name, Vorname, Klasse, Schule, Lehrperson, Förderplan, ISR-Status, NTA. Diese Daten verlassen die Datenbank nicht.

Hat die Lehrperson die Kontrolle — oder «entscheidet Aiko»?

Die Lehrperson entscheidet immer. Aiko macht Vorschläge — mit drei möglichen Reaktionen: Annehmen · Ändern · Verwerfen. Kein Aiko-Vorschlag ist bindend. Keine Einschätzung wird automatisch in Zeugnisse oder Förderplanung übernommen. Beurteilung, Notenvergabe und Förderplanung bleiben ausschliesslich in der Hand der Lehrperson (VSG ZH Art. 36).

Was bedeutet DSG-Konformität konkret?

Aiko wurde von Anfang an nach dem Schweizerischen Datenschutzgesetz (DSG, revidiert 2023) und dem Volksschulgesetz Kanton Zürich (VSG ZH) entwickelt:

  • Datensparsamkeit: nur was pädagogisch notwendig ist
  • Zweckbindung: keine Daten für Werbung, kein Verkauf, kein Profiling ausserhalb des Unterrichts
  • Transparenz: vollständige Datenschutzerklärung unter /datenschutz
  • Löschrecht: Daten werden auf Anfrage vollständig gelöscht

Kann Aiko Fehler machen? Was passiert dann?

Ja. Jede KI-basierte Einschätzung kann falsch liegen — das gilt auch für Aiko. Deshalb zeigt Aiko immer, wie es zu einem Vorschlag kommt, und die Lehrperson prüft, ob er passt. Aiko gibt keine Noten. Aiko erstellt keine Förderpläne selbst. Aiko formuliert keine Elternbriefe. Diese Entscheide bleiben bei Menschen.

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Hybrid-Ansatz: Haptisch & Digital

Aiko ist digital — schickt es Kinder vor den Bildschirm?

Nein. Das ist einer der wichtigsten Grundsätze von Aiko: Bildschirmzeit der Schüler:innen ist kein Ziel.

Aiko stärkt den Tisch-Unterricht. Der Matheplan-Generator druckt A/B/C-Blätter — die Kinder arbeiten auf Papier. Concierge-Vorschläge heissen: «Pull-Out 15 Min am Tisch», «Stationen mit Bruchplättchen». Der Coach verweist auf «Schau in dein Heft», «Hol die Plättchen aus dem Regal».

Aiko ist dort digital, wo Digital sinnvoll ist: Planung, Überblick, Kommunikation. Im Lernmoment ist Haptik Trumpf.

Was stützt den Hybrid-Ansatz empirisch?

  • Frontiers in Education (2022): Haptik als Komplement zu digitaler Anweisung wird positiv aufgenommen, wenn die LP die Steuerung behält.
  • Frontiers in Education (2025): Visuo-haptische Simulationen fördern aktives Engagement und embodied understanding.
  • MDPI Applied Sciences (2021): Haptik-Lernsysteme verbessern Konzeptverständnis — besonders bei Elementarstufen-MINT.

Wie verhält sich Aiko zu bestehenden Lehrmitteln?

Aiko ersetzt kein Lehrmittel. Mathematik 5 (LMVZ) bleibt das Hauptlehrmittel. Aiko kennt die Kapitelstruktur, die Aufgabentypen, die Lernziele — und stärkt damit die Arbeit mit dem Buch. Korrekturdruck, Differenzierungsblätter, Matheplan: alles ist auf die LMVZ-Struktur abgestimmt.

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Co-Teaching & Team

Unterstützt Aiko nur die Klassenlehrperson?

Nein. Aiko ist auf das gesamte Lehr-Team ausgelegt: Klassenlehrperson (KLP), schulische Heilpädagogin/Heilpädagoge (SHP), DaZ-Lehrperson, Fachlehrkraft, Schulische Assistenz.

Jede Rolle hat eine eigene Ansicht, eigene Schreibrechte und einen eigenen Bereich. Die KLP hat die Gesamtübersicht und ist «Center of Power» — wie es VSG ZH Art. 36 vorschreibt.

Wie koordiniert Aiko Co-Teaching?

Der Stundenplan zeigt, wer wann in der Klasse ist: Station Teaching, One Teach / One Assist, Halbklasse, Pull-Out. Konflikte werden automatisch erkannt (z.B. SHP kann Stationen nicht allein leiten).

Anfragen zwischen Team-Mitgliedern (z.B. «Kannst du morgen früh kommen?») laufen über strukturierte Anfragen in Aiko — keine WhatsApp, keine E-Mail-Kette, Audit-Log auf jeder Nachricht.

Wie geht Aiko mit ISR, NTA und DaZ um?

Aiko unterscheidet vier Differenzierungsformen — keine vermischt oder ersetzt die andere:

  • IF (Regelunterricht): Natürliche Binnendifferenzierung via A/B/C-Aufgaben für alle.
  • AL/RILZ: Angepasste Lernziele für ISR-SuS mit eigenem Matheplan.
  • NTA: Angepasste Prüfungsbedingungen (Zeitzuschlag etc.) — gleiche Lernziele wie die Klasse.
  • Hochbegabung (BBF): Curriculum Compacting + Enrichment, wenn BKT pKnow > 0.90.
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Für Schulleitungen

Was sieht die Schulleitung in Aiko?

Die Schulleitung hat einen eigenen Zugang (Aiko Insights) mit aggregierten, anonymisierten Ansichten:

  • LP21-Bilanz: Welche Kompetenzbereiche sind abgedeckt, welche haben Lücken?
  • Lernstands-Trends auf Klassenebene (keine Einzeldaten)
  • Pilot-Fortschritt: Nutzungsstatistik (ohne PII)

Die Schulleitung sieht keine Namen, keine Chat-Verläufe, keine Einzelbewertungen. Datenprinzip: je weiter weg von der Klasse, desto mehr aggregiert.

Wie läuft eine Pilot-Einführung ab?

  1. Erstgespräch mit Schulleitung und interessierten Lehrpersonen (~1h)
  2. Einverständnis der Eltern via standardisiertem Elternbrief
  3. Technische Einrichtung (keine Installation nötig — Browser genügt)
  4. Onboarding LP: ~2h Setup (Klasse, Stundenplan, Team)
  5. Begleitung in den ersten 4 Wochen durch Aiko Learning

Welche technischen Anforderungen gibt es?

Keine Installation. Aiko läuft vollständig im Browser — Chrome, Safari, Firefox. Schüler:innen brauchen ein Gerät mit Browser (iPad, Laptop, Chromebook). Eine stabile Internetverbindung ist Voraussetzung. Kein App-Store, keine MDM-Konfiguration, kein IT-Aufwand für die Schule.

Wie ist Aiko für die Schule finanziert?

Der Pilotbetrieb in der ersten Phase ist kostenlos. Aiko Learning begleitet die Pilotschulen aktiv und lernt aus dem Einsatz. Das zukünftige Modell wird sich an Schuljahres-Lizenzen orientieren — konkrete Konditionen werden mit Pilot-Schulleitungen gemeinsam definiert.